Soli Kiani 1981

Die aus dem Iran stammende Künstlerin Soli Kiani nimmt in ihren Arbeiten Bezug auf ihre Zeit als Frau in einem isolierten, streng religiösen und patriarchalisch geprägten Land. Die Spannung, die in der ambivalenten persönlichen Identität von Kiani als eine im Iran nach der Islamischen Revolution geborene, heute in Österreich lebende Künstlerin innewohnt, beeinflusst ihre Kunst. 

Ihr wurde nach Jahren in Wien immer bewusster, unter welchen Umständen sie ihre Kindheit und Jugend im Iran verbrachte, wo ihr die Ideologie von Familie, Gesellschaft, Schule und Sittenpolizei vorgeschrieben wurde. „Die Themen Kleidung, Stoffe und Mode haben eine ziemlich dominante Rolle in meinem Leben gespielt. Stoff war nicht nur Kleidung, sondern gleichzeitig Schutzmantel, aber auch Gefängnis meiner Identität“, so Kiani. Sie hinterfragt mit ihren Werken soziale, politische und kulturelle Konventionen und Ideale, und versucht die Rolle von Mann und Frau neu zu definieren.

 

Text: Liesa Takagi

geboren in: 
Shiraz, Iran
lebt und arbeitet in: 
Wien
Soli Kiani, Identity, 2017, Ölkreide und Acryl auf Leinwand
Soli Kiani, Identity, 2017, Ölkreide und Acryl auf Leinwand
Soli Kiani, Shaparak, 2018, Acryl, Leim und Stoff
Soli Kiani, Shaparak, 2018, Acryl, Leim und Stoff
Soli Kiani, 2018, Silvergelatine-Abzug auf Alu-Dibond
Soli Kiani, 2018, Silvergelatine-Abzug auf Alu-Dibond